Saturday, December 24, 2005

ChristFest

Heute ist Heiligabend
Vorabend des ChristFestes

Dass Jesus geboren wurde, ist ohne Zweifel.

Auch der Rest seines Lebens ist klar, nachzulesen in den bestüberliefertsten Texten der Antike, den Evangelien.

Aber wer da geboren wurde, das können wir nur wissen, weil es uns gesagt wird.

Zum Beispiel

Von Gabriel, der Miriam ihre Lebensberufung verkündete:
Mutter des Messias zu werden.

Von Gabriel, der den Joseph überraschte
und ihm sagte, dass er das Kind Jeshua nennen sollte,
Jesus, Rettung, Hilfe, weil er der Immanuel ist

Von den Engeln, die die Hirten aufweckten
und sie nach Bethlehem in die Stallhöhle schickten

Vom Stern, der den Gelehrten aus dem Land des Ostens
den Weg zur Krippe zeigten

Von den Propheten,
die das schon Jahrhunderte vorher alles vorausgesagt hatten

Von deinen Brüdern und Schwestern, die mit dir glauben,
wo du selbst nicht mehr glauben kannst.

ChristFest

Entdecke es.

Heute.


Was wir machen?
Wir waren ein paar Tage in Jerusalem beim Christus-Treff Jerusalem, bei Steffi und Guido Baltes (www.worshipworld.de).

Jetzt haben wir die CT-Marburg Christ-Fest-Spiele: Kreativgottesdienst war schon am Donnerstag mit fast 500 Leuten,
Heute nachmittag Happy Birthday Jesus Party (Massen von Kindern und Erwachsenen, die alle nicht ins ChristHaus hinein passen
Heute nacht Holy Night, die Englisch-Deutsche Christmette
Morgen um 11 Uhr der "normale" Gottesdienst.

Heute abend kommen ca 15-20 Leute zu uns, wie jedes Mal am Heiligen Abend

Wie das abgeht, kannst Du im untenstehenden Artikel lesen, der mal vor ein paar Jahren in der Zeitschrift "dran" erschienen ist.

Dir und allen mein Wunsch:

Halte am ChristFest am Christ fest!

Roland




Chinesisch unterm Tisch durch


Letztes Jahr klappte es ganz gut. Mit dem Weihnachtsbaum, meine ich. In unserer streng arbeitsteiligen Ehe bin ich regelmäßig für den Kauf eines solchen verantwortlich. Normalerweise unternehme ich diesen am Morgen des Heiligen Abends. Wichtig ist dabei, es vor zwölf Uhr mittag über die Bühne zu kriegen, denn das ist so mit die letzte Möglichkeit. Erstens packen dann die Weihnachtsbaumverkäufer ihre letzten schrumpeligen Exemplare weg, und zweitens muss ich ihn dann ja noch nach Hause transportieren, Dann kommt die Weihnachtsbaumschmückaktion, in diesem Fall gemeinsam mit Elke, denn hier arbeiten wir mit gekonnten Griffen Hand in Hand, und danach geht es ab zur „Happy Birthday Jesus Party“, welches im Christus-Treff Jargon schlicht und ergreifend der Heiligabendnachmittagsfamiliengottesdienst ist.
Manchmal klappt das aber auch nicht so gut mit dem Christ baum. Zum Beispiel in dem Jahr, als mein Auto zusammenbrach, gegen 1 Uhr, und ich immer noch keinen Baum hatte. Ich war schon quer durch die Stadt gefahren und hatte an allen klassischen Weihnachtsbaumfreiluftverkaufsplätzen geschaut, aber entweder hatten sie schon eingepackt, oder hatten nur noch völlig entnadelte Krummfichten, die ich beim besten Willen niemandem als ordnungsgemäßen Weihnachtsbaum vorführen konnte. Um die lange Geschichte kurz zu machen, musste mich Elke mit einem von Freunden geliehenen Auto mitten in der Pampa zwischen hessisschen Dörfern abholen – es hatte zu allem Überdruß auch noch geschneit – und wir bekamen unter Gebet und Flehen schließlich doch noch eine Edeltanne, klein zwar, und eingetopft, aber immerhin besser als nichts. Sie wurde dann auf ein künstliches Podest gestellt, das mit Goldfolie überdeckt war, und jeder Besucher bekam ein Vergrößerungsglas, um sie eigenständig bewundern zu können.
Seit diesem Erlebnis, das mich fast zur endgültigen Verzweiflung führte, habe ich meine Christbaumeinkaufsgewohnheiten umgestellt. Ich fahre jetzt schon immer gegen 10:30 Uhr morgens los, und suche unter inständigem Gebet, durch die Straßen Marburgs fahrend, nach dem ganz besonderen Baum, der für uns für dieses Jahr vorherbestimmt ist.
Dass es letztes Jahr so gut klappte, auch mit dem Schmücken, lag daran, dass Heiligabend auf einen Sonntag fiel, und die Baumkaufaktion schon am Samstag stattfand. Was nichts anderes bedeutete, als dass wir für den Aufbau und das Schmücken des Baumes nicht eine Stunde wie üblich, sondern himmlische 25 Stunden Zeit hatten.
Wozu der ganze Stress?, fragt sich vielleicht der geneigte Leser. Nun, das ist schnell beantwortet. Ohne Weihnachtsbaum keine echte, urdeutsche Weihnachtsfeier. So einfach ist das. Und warum brauchen wir eine echte, urdeutsche Weihnachtsfeier? Auch das lässt sich leicht erklären: Wegen der ausländischen Studenten. Ist doch klar!
Das Ganze fing nämlich so an. Ich traf vor vielen Jahren einen Studenten aus den Philippinen. Er erzählte mir, wie sein erster Heiligabend in Deutschland gelaufen war. Er wohnte im Studentenwohnheim, und hatte sich in seinen besten Anzug geworfen, war in die Stadt gegangen und lief umher, in der Erwartung, dass jemand ihn ansprechen und zu sich nach Hause einladen würde. Denn das war in seinem Heimatland so üblich: Alle Fremden auf der Straße wurden eingeladen, hereinzukommen und zusammen mit der Familie das Christfest zu feiern. Also lief er durch Marburg, schaute die Menschen freundlich an, und wartete darauf, dass ihn jemand anspricht. Was aber nicht geschah. Alle waren beschäftigt mit den letzten Einkäufen, rannten durch die Straßen, bis die letzten Geschäfte schlossen und verschwanden dann in den Häusern. Keiner hatte ihn angesprochen. Dann ging er schließlich in eine der Kirchen. Hunderte von Menschen kamen zum Gottesdienst. Doch als der vorüber war, zerstreute sich die Menge, und er war wieder allein. Schließlich kehrte er traurig in das fast ausgestorbene Studentenwohnheim zurück, und war allein.
Und so ist es bei uns seit Jahren Brauch, dass wir am Heiligabend Leute einladen, die ansonsten allein wären. Ausländische Studenten, Singles, Freunde und (noch) Unbekannte. Manchmal kommen sogar Leute direkt von der Straße zu uns. Inzwischen will ich diesen Heiligabend nicht mehr missen. Normalerweise sind wir um die 20 Leute in unserem Wohnzimmer. Wir lesen die Weihnachtsgeschichte in allen möglichen Sprachen, singen Unmengen deutscher und internationaler Weihnachtslieder – jeder darf sich eins wünschen – und essen ohne Ende. Dann kommt, wie könnte es anders sein, die Bescherung, und schließlich die Spielphase, in der vom „Bohnenpiel“ über „Uno“ bis hin zu Monopoly alles möglich ist.
Einer dieser Heiligabende ist mir in besonderer Erinnerung. Wir hatten unter anderem drei oder vier Chinesen aus der Volksrepublik zu Gast. Sie hatten uns ein entzückendes Geschenk mitgebrachte: Eine kleine Decke mit aufgestickten Nikoläusen aus China, wie sie sagten, als Zeichen dafür, dass das christliche Weihnachtsfest inzwischen auch in den kleinsten Dörfern Zentralchinas angekommen sei. Und dann spielten wir Uno. Sie kannten das Spiel noch nicht, waren aber umso begeisterter. Und jedesmal, wenn einer verloren hatte, musste er einmal unter dem Tisch durchkriechen, weil das in China so üblich sei: Der Verlierer wird auf diese Weise humorvoll gedemütigt. Nun hat unser Wohnzimmertisch eine lichte Höhe von höchstens 40 cm, und es war herrlich zu erleben, wie unsere chinesischen Gäste prustend vor Lachen unter dem Tisch stecken blieben. Seit diesem Weihnachtsfest haben wir diesen Brauch übernommen, als unser Beitrag zur internationalen Verständigung. Er heißt bei uns: „Chinesisch unterm Tisch durch“. Man krann eben von jeder Kultur lernen.
Am gleichen Abend geschah etwas ganz ührendes. Eine Chinesin, die seit über einem Jahr von ihrer Familie getrennt war, durfte die Kerzen am Weihnachtsbaum anzünden. Sie wollte unbedingt, dass wir sie dabei fotografieren, um das Bild ihrer fünfjährigen Tochter zu schicken. Und sie sagte beim Abschied, dass sie von nun an auch jedes Jahr in China einen Weihnachtsbaum mit echten Kerzen aufstellen wolle. So nahmen wir alle von diesem Heiligabend etwas mit für unser Leben: Sie den deutschen Weihnachtsbaum, wir „Chinesisch unterm Tisch durch“. Und was wir alle miteinander merkten, war, das wir nicht allein gefeiert haben. Jesus war nämlich auch dabei, als wir unterm Tisch krabbelten. Deshalb freue ich mich auch dieses Jahr auf den heiligen Abend.

Frohe Weihnachten wünscht Euch
Roland

2 Comments:

Blogger Hufi said...

Lieber Roland,

ich wünsche dir und all deinen Gästen auch frohe Weihnachten! Vor 2 Jahren konnte ich das noch auf Chinesisch sagen - hab ich aber leider vergessen ;-(
Ich bekomme ja fast Lust, auch nach Marburg zu kommen, aber zu Hause mit Familie feiern ist auch schön.

Viele Grüße,

Daniel

2:09 AM

 
Blogger Toby Faix said...

Hallo Roland,
willkommen in Deutschland.
Wie wares in God´s own country?
Was hast du eigentlich unterricht?

Liebe GRüße,
toby

P.S. By the way, Weihnachten ist vorbei! :)

12:01 AM

 

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