Thursday, April 06, 2006

Passion heute


Ich komme gerade vom CT Gottesdienst. Jetzt in den Semesterferien, sind weniger Leute in der Pfarrkirche als sonst, nur zwischen 300 und 350.
Heute war mein Thema: Vom Volkshelden zum Angeklagten - Warum Jesus sterben musste.
Wer sie hören will, kann sie sich in ein paar Tagen von der CT-Homepage herunterladen (www.christus-treff.org).

Jesus musste sterben.
Warum?

Dazu aus dem Vorwort meines Buches "Provokation Kreuz"

Es ist schon starker Tobak, was das Neue Testament uns zumutet: Die Hinrichtung eines Menschen, der ganz und gar unschuldig war, in allen Einzelheiten geschildert. Das finde ich provozierend.

Es ist schon ein starkes Stück, dass Jesus von Nazareth nicht versucht hat, auszuweichen. Er ging den Weg zum Kreuz bewusst, sehenden Auges und ohne zurückzuweichen. Das finde ich unglaublich.

Es ist schon heftig, dass die gleichen Leute, die von ihm profitiert hatten, ihn jetzt verstießen und ihn an die römischen Besatzer auslieferten, damit diese das Todesurteil vollstreckten. Das finde ich gemein.

Es ist schon unerhört, dass Jesus noch am Kreuz für die betet, die das alles verschuldet hatten. Er hält die Liebe, die sein Leben gekennzeichnet hat, zu allen bis zum Ende durch. Das finde ich einzigartig.

Es ist schon jenseits aller Vorstellungskraft, dass ein ausgepeitschter, an die Holzbalken genagelter Mann, der vor aller Augen seinen letzten Atemzug tat, am dritten Tag den Tod hinter sich gelassen hat wie ein altes Kleid, das nicht mehr gebraucht wird. Das finde ich unglaublich.

Es ist schon herausfordernd, dass es bis heute Menschen gibt, die behaupten, auf echte und spürbare Weise mit diesem Mann vom Kreuz in Kontakt zu sein. Er lebt, so behaupten sie, und nimmt Anteil an allem, was geschieht. Das finde ich nachprüfenswert."

Ich will in den nächsten Tagen bewusst darüber nachdenken, was das für mich bedeutet.

Und für diese Welt, deren Wirklichkeit leider an vielen Stellen auch von dem Thema "Passion" gekennzeichnet ist:

z.B. in Darfur, wo nach wie vor Dörfer niedergebrannt werden, Frauen vergewaltigt, Kinder in die Sklaverei verkauft werden,

und an vielen Stellen.

Für mich ist es tröstlich zu wissen, dass Jesus diese harten Realitäten selbst erfahren hat.

Wir Christen glauben nicht an eine abstrakten Gott, keine philosophische Idee des höchsten Guten, sondern an einen menschgewordenen Schöpfer, der sich selbst erniedrigt bis in die blutige Wirklichkeit des Verbrechertods am Kreuz hinein.

Diesem verwundeten Gott kann ich mein verwundetes Leben anvertrauen.

Hier ist Heilung möglich, denn hier findet sich ein Heiland.

Roland